Bekenntnisse einer Hausfrau: Warum ich es hasse eine Hausfrau zu sein

Das hier ist nicht wirklich leicht. Wenn man Hausfrau ist wird man nicht nur mit vielen Vorurteilen konfrontiert sondern auch mit gewissen Erwartungen. Dankbarkeit, Gelassenheit, ein ständig sauberes Haus, Glückseligkeit usw. sind nur einige der Dinge die erwartet werden. Man hat schließlich den ganzen Tag Zeit also muss man alles doch mit links hinbekommen. 

Tatsache ist es aber das ich es oft vermisse berufstätig zu sein. Nicht weil ich so gerne arbeite sondern weil man dafür Anerkennung erhält und voran kommt. Hausfrauen bekommen keine Anerkennung für ihre täglichen Leistungen, diese Leistungen werden sogar ziemlich runter geredet als wäre alles was man getan hat absolut irrelevant…. Als wäre man als Person nutzlos. Dazu wird man nie weiter kommen. Es gibt kein Ziel auf das man hin arbeitet, weder ein Gehalt noch eine Beförderung. Man macht einfach seine täglichen Aufgaben mit dem Wissen das es niemanden interessiert und niemals zu etwas größerem führen wird. 

Außerdem ist es nicht möglichen den Anforderungen gerecht zu werden. Es ist nicht möglich sein Haus dauerhaft sauber zu halten. Um das zu erreichen müsste ich meine Kinder (und meinen Mann) aussperren. Ich bin auch nicht immer glücklich und gelassen. Manchmal bringen mich meine Kinder an meine Grenzen. Dauernde Beschallung über Wochen ist belastend. Schließlich habe ich nur alle paar Monate mal ein paar Stunden ohne Kinder. Ich führe kein Gespräch mit Erwachsenen ohne das eines meiner Kinder dazwischen quakt… Nie! Kein Toilettengang ohne ein “Maaaammmmaaaaaaa” oder Geheule und auch nie ein Kaffee am Stück. Natürlich ist Arbeit Arbeit aber Arbeit ist Abwechslung und die fehlt mir. Dadurch werde ich von Tag zu Tag angespannter und merke wenn ich mal wieder Zeit für mich brauche. 

Es ist nunmal nicht immer einfach und es ist okay wenn man als Hausfrau nicht ständig in Glückseligkeit schwelgt. Es ist hart eine Hausfrau zu sein und wenn man es manchmal hasst, ist man nicht undankbar oder überfordert mit Kleinigkeiten. Man ist eine ganz normale Frau die nach einem stressigen Tag erschöpft ist. 

3 Kommentare zu „Bekenntnisse einer Hausfrau: Warum ich es hasse eine Hausfrau zu sein“

  1. Ich verstehe, dass man nicht jeden Tag gleich gut gelaunt, entspannt und gelassen ist. Was ich nicht verstehe, ist dieses “Berufstätige haben es besser”-Denken. Wenn Sie glauben, dass einem Berufstätigen der Chef ständig Lob und Anerkennung ausspricht, sind Sie auf dem Holzweg.
    Sie sprechen von Erwartungen. 1. Wer hat denn die Erwartung, dass es bei Ihnen immer sauber ist? 2. Was heißt sauber? 3. Wer, glauben Sie, macht in Haushalten sauber, in denen beide arbeiten gehen?

    Für mich ist “Nur-Hausfrau-Sein” eine bewusste Entscheidung, die jede “Nur-Hausfrau” jederzeit selber rückgängig machen kann. Wenn nicht durch einen bezahlten Job, so zumindest durch ehrenamtliche Tätigkeiten. Aus meiner Erfahrung (Ich kenne Hausfrauen-Dasein, Erwerbsarbeit und Ehrenamt aus eigener Erfahrung.) ist das Ehrenamt auch der Bereich, in dem es am meisten Anerkennung gibt.
    Den Haushalt mach ich für mich und die Familie. Da können also nur Familienmitglieder mit Anerkennung aufwarten – aber auch mit Erwartungen. Die Erwerbsarbeit ist ein Deal: Arbeit gegen Geld. Hier gibt es hauptsächlich viele Erwartungen und wenig Anerkennung. Die Erfüllung der Erwartungen wird ja durch den Lohn ausgeglichen. Es kommt also häufig zur Denke: warum noch Anerkennung? Das Ehrenamt bedeutet, ich gebe meine Energie und Zeit für andere. Hier gibt es sicherlich auch den einen oder anderen mit überzogenen Erwartungen, aber die Dankbarkeit überwiegt meistens.

    Machen Sie sich bewusst, dass niemand Sie zwingt “Nur-Hausfrau” zu sein. Das hilft auch durch angespannte Zeiten.

  2. Wohingegen einen sehr wohl jemand zwingt, NUR berufstätig zu sein, alle gebährfähigen Jahre im Beruf zu vergeuden und niemals Hausfrau, Ehefrau und Mutter sein zu können. Eine Glanzleistung der Feministinnen, die immer meinen, für alle zu sprechen und dabei ausklammern, dass es Frauen gibt, die sich nichts mehr wünschen als diese traditionelle Lebensweise, jedoch genauso keine Wahl haben wie Uroma und ebenso brutal wie diese hinter den Herd gezwungen wurde ins Berufsleben gedrängt werden, wo man sich entweder aufführt wie ein Mann, oder aber eben nichts wird.

    Insofern kann ich dieses Gejammer echt nicht ertragen – oder soll ich mal damit anfangen, warum ich es hasse, berufstätig zu sein, ein Zustand, den ich leider nicht so einfach willentlich ändern kann? An alle Ehefrauen, Hausfrauen und Mütter, die ihr absolut überprivilegiertes Leben hassen und das große Glück hatten Partner zu finden, die noch willens und fähig sind eine Familie zu versorgen und einer Frau die Sicherheit zu bieten die sie braucht, um sich voll dem Muttersein widmen zu können: Keiner zwingt euch. Sucht euch einen Job und findet eure Erfüllung da. Und seid versichert: Es gibt Unmengen von Frauen, die sowohl eure ach so schreckliche Situation als auch eure bedauernswerten Ehemänner, die euch euer sorgenfreies Leben ermöglichen und sich dafür anhören müssen, dass sie eurer Selbstverwirklichung im Weg stehen, mit Kusshand nehmen.
    Ich habe echt keine Ahnung wie man so einen Luxusproblem-Text publizieren und dann auf Verständnis hoffen kann.

  3. Hallo, ich weis nicht ob du es schon gesehen hast aber es gibt einen Beitrag indem ich geschrieben habe warum ich es liebe bzw. geliebt habe Hausfrau zu sein. Ich habe also die beiden Seiten des Hausfrauen Lebens in zwei Beiträgen gezeigt.
    Inzwischen bin ich im übrigen alleinerziehende Mutter von zwei Kindern mit zwei Jobs da mein „bedauernswerter Ehemann“ nun oben angekommen ist im Berufsleben und keine Lust mehr auf eine Haushälterin hat oder auf seine Kinder. Dementsprechend betrachte ich die Wahl als Hausfrau zu Leben inzwischen Zwiegestalten. Einerseits war es das beste für die Kinder und auch für meinen noch Mann, andererseits stehe ich nun mit nichts da und arbeite bis zu zehn Stunden am Tag (sechs bis acht davon außer Haus) damit meine Kinder nicht auch noch ihr Zuhause, ihre Freunde und ihr komplettes Umfeld verlieren nachdem sie schon ihren Vater verloren haben.

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