Hausfrau aus Protest: Heute wird’s politisch

Hausfrauen sterben aus. Das hat verschiedene Gründe. Angst vor der Altersarmut, der Wunsch nach einer Karriere, finanzielle Not, Gesellschaftlicher Druck usw.

Ich habe mich bewusst für das Leben als Hausfrau entschieden. Dadurch gehe ich zum einen diverse Risiken ein und zum anderen gehe ich nicht konform mit dem System. Frauen sollen zwar Kinder bekommen aber sie sollen auch möglichst schnell wieder möglichst viel arbeiten. Nur eine berufstätige Mutter füllt jetzt in diesem Augenblick die Staatskasse. Dabei spielen Gefühle und Bedürfnisse keine Rolle.

Als mein ältester zwei Jahre alt war, sah ich mich tatsächlich nach einer Tagesmutter für meinen Sohn um. Der Gesellschaftliche druck war groß und ich war Jung und leicht zu beeinflussen. Letztlich brachte ich es aber einfach nicht über mein Herz mein Schutzbedürftiges Kind in fremde Hände zu geben. Keine versteht ihn so gut wie ich, keiner kann ihn so lieben wie ich, keiner erfüllt seine Bedürfnisse so gut wie ich! ICH bin das Beste für mein Kind und mein Kind hat nur das Beste verdient.

Ich entschloss mich Hausfrau zu sein. Anfangs erklärte ich noch sehr kleinlaut das ich “nur” Hausfrau bin, inzwischen sage ich das ganz selbstbewusst. Hausfrau sein ist für mich nicht nur eine Lebensweise sondern ein Statement. Ich zahle jetzt nichts ein aber ich ziehe die künftigen Steuerzahler groß. Das ist eine Leistung die alle Eltern bringen und die keinerlei Anerkennung in der heutigen Zeit erfährt.

Das will ich nicht akzeptieren. Ich stelle mich quer und kümmere mich in aller Ruhe um die Zukunft. Das ist mein stiller Protest und wenn die Gruppe der Hausfrauen wächst, bekommt sie irgend wann auch wieder Beachtung. Das dann hoffentlich nicht in Form eines Betreuungsgeldes die als Herdprämie verunglimpft wird (und im übrigen auch beleidigend für jede Hausfrau in diesem Land war). Eine Bevorzugung aller Eltern im Rentensystem halte ich für wesentlich besser. Schließlich würde niemand in diesem Land eine Rente erhalten wenn keiner mehr Kinder bekommt. Wer ein paar Jahre mit Kind zu Hause verbringen möchte, sollte beim Beruflichen wiedereinstieg Staatliche Unterstützung bekommen. Es ist kein Problem neben Kind und Haushalt eine Fortbildung zu machen. Dies ist eher eine finanzielle frage. Eltern sollten für ihre Leistung Unterstützung erfahren und nicht gezwungen werden schnell wieder zu arbeiten.

Letztlich ist das Kinder großziehen ein größerer und wichtigerer Beitrag für das Land als jeder Cent der heute in die Kasse fließt.

4 Kommentare zu „Hausfrau aus Protest: Heute wird’s politisch“

  1. Oh, oh, oh… Das ist aber dünnes Eis.
    Fangen wir mit deinem Statement an, dass du die zukünftigen Steuerzahler erziehst: Was wird deiner Meinung nach aus den Kindern berufstätiger Eltern?

    Auch die Aussage, dass du das Beste für dein Kind bist, ist entweder zu umfassend formuliert oder einfach nicht korrekt. Wie lange bist du das Beste für dein Kind? Ein Jahr, zwei Jahre, fünf Jahre? Kinder brauchen ihr lebenslang Eltern, zu denen sie immer mit allen Problemen kommen können. Das steht außer Frage. Dabei heißt “immer” aber nicht, dass Mama 24×7 neben dem Kind hockt, um darauf zu warten, dass es ein Problem oder Problemchen gibt. Kinder können übrigens durchaus auch in jungen Jahren mehrere gleichwertige Bezugspersonen haben, da muss man als Erwachsener nur teilen können.

    Und der letzte Punkt die Rente: Man bekommt für die ersten drei Lebensjahre eines Kindes pro Jahr einen Rentenpunkt, wenn man zu Hause bleibt. Ein Rentenpunkt entspricht der Einzahlung in die Rentenkasse aus dem Durchschnittsgehalt (ca. 36.000€ Jahresgehalt). Hättest du das in deinem Beruf?

    Ich finde es nicht korrekt, dass man Lebensentwürfe politisiert. Jeder Lebensentwurf hat Vor- und Nachteile – finanzielle, persönliche, psychologische. Deswegen muss sich jeder frei entscheiden können. Aber sich für einen Lebensentwurf zu entscheiden und dann den Staat zur Hilfe zu rufen, damit er die nachteiligen Punkte ausgleicht, ist unangemessen.

  2. Oh, oh, oh… Das ist aber dünnes Eis.
    Fangen wir mit deinem Statement an, dass du die zukünftigen Steuerzahler erziehst: Was wird deiner Meinung nach aus den Kindern berufstätiger Eltern?

    Auch die Aussage, dass du das Beste für dein Kind bist, ist entweder zu umfassend formuliert oder einfach nicht korrekt. Wie lange bist du das Beste für dein Kind? Ein Jahr, zwei Jahre, fünf Jahre? Kinder brauchen ihr lebenslang Eltern, zu denen sie immer mit allen Problemen kommen können. Das steht außer Frage. Dabei heißt “immer” aber nicht, dass Mama 24×7 neben dem Kind hockt, um darauf zu warten, dass es ein Problem oder Problemchen gibt. Kinder können übrigens durchaus auch in jungen Jahren mehrere gleichwertige Bezugspersonen haben, da muss man als Erwachsener nur teilen können.

    Und der letzte Punkt die Rente: Man bekommt für die ersten drei Lebensjahre eines Kindes pro Jahr einen Rentenpunkt, wenn man zu Hause bleibt. Ein Rentenpunkt entspricht der Einzahlung in die Rentenkasse aus dem Durchschnittsgehalt (ca. 36.000€ Jahresgehalt). Hättest du das in deinem Beruf?

    Ich finde es nicht korrekt, dass man Lebensentwürfe politisiert. Jeder Lebensentwurf hat Vor- und Nachteile – finanzielle, persönliche, psychologische. Deswegen muss sich jeder frei entscheiden können. Aber sich für einen Lebensentwurf zu entscheiden und dann den Staat zur Hilfe zu rufen, damit er die nachteiligen Punkte ausgleicht, ist unangemessen.

  3. Dann hast du wohl meinen Beitrag nicht verstanden. Im Kern geht es um die Leistung von Eltern die meiner Meinung nach nicht genug berücksichtigt wird. Nicht ich als Hausfrau will mehr sondern Eltern sollten grundsätzlich vor allem im Punkto Rente mehr bekommen. Ohne Eltern wäre die Rente der Zukunft schließlich gar nicht möglich. Man muss auch nicht ständig neben dem Kind hocken aber wie oft müssen berufstätige Eltern sich zwischen dem Fußball Turnier und der Arbeit entscheiden? Wie schnell sind die Krankentage pro Kind im Jahr aufgebraucht? Wie schwer ist es Ferien und Betreuung abzustimmen? Ich bin genau deswegen Hausfrau. Schließlich könnte der Staat genau diese Probleme lösen. Ein positiveres Bild auf Eltern in der Gesellschaft zu fördern oder die betreuungszeiten dem 21. Jahrhundert anzupassen ist nichts unmögliches.

  4. Dann hast du wohl meinen Beitrag nicht verstanden. Im Kern geht es um die Leistung von Eltern die meiner Meinung nach nicht genug berücksichtigt wird. Nicht ich als Hausfrau will mehr sondern Eltern sollten grundsätzlich vor allem im Punkto Rente mehr bekommen. Ohne Eltern wäre die Rente der Zukunft schließlich gar nicht möglich. Man muss auch nicht ständig neben dem Kind hocken aber wie oft müssen berufstätige Eltern sich zwischen dem Fußball Turnier und der Arbeit entscheiden? Wie schnell sind die Krankentage pro Kind im Jahr aufgebraucht? Wie schwer ist es Ferien und Betreuung abzustimmen? Ich bin genau deswegen Hausfrau. Schließlich könnte der Staat genau diese Probleme lösen. Ein positiveres Bild auf Eltern in der Gesellschaft zu fördern oder die betreuungszeiten dem 21. Jahrhundert anzupassen ist nichts unmögliches.

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